Diabetes Typ1

 

Seid meinem 14 Lebenjahr leide ich unter dieser Krankheit.


Typ-1-Diabetes wird durch den absoluten Mangel am Hormon Insulin verursacht. Dieser Diabetes-Typ heißt deshalb auch insulinabhängiger Diabetes mellitus. Meistens beginnt die Erkrankung schon im Kindes- und Jugendalter, aber auch im fortgeschrittenen Alter kann sich ein Typ-1-Diabetes entwickeln.

Diabetes mellitus Typ 1 ist derzeit noch nicht heilbar, lässt sich aber gut mit Insulin behandeln. Allerdings müssen die Typ-1-Diabetiker das lebenslange Spritzen von Insulin in Kauf nehmen. Für jeden Diabetiker ist es wichtig, den Blutzucker optimal einzustellen. Nicht nur, um akute Entgleisungen des Stoffwechsels, wie eine Unterzuckerung zu verhindern, sondern auch um diabetische Folgeerkrankungen wie Augenkrankheiten (Diabetische Retinopathie), Nervenschädigung (Diabetische Polyneuropathie), Nierenkrankheiten (Diabetische Nephropathie) und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) zu vermeiden oder hinauszuzögern.
 

 


Körpereigene Abwehrstoffe

Alle Körperzellen benötigen das Hormon Insulin, um Zucker (Glukose) aus der Blutbahn aufnehmen zu können. In der Zelle wird Zucker zur Gewinnung von Energie verbrannt. Typ-1-Diabetes gehört zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen: Körpereigene Abwehrstoffe (Antikörper) zerstören die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Die Entzündung und Zerstörung der Zellen schreitet über viele Jahre voran. Bei manchen Menschen lassen sich schon Jahre vor dem Ausbruch des Diabetes mellitus Antikörper gegen die Zellen der Bauchspeicheldrüse nachweisen.


Mehrere Ursachen des Diabetes Typ 1 diskutiert

Die Ursachen für die Fehlsteuerung des Immunsystems bei Typ-1-Diabetes sind noch weitgehend unbekannt. Forscher vermuten aber, dass manche Bakterien oder Viren den Bauchspeicheldrüsenzellen so ähnlich sehen, dass der Körper nicht nur die Erreger unschädlich macht, sondern auch die eigenen Zellen angreift.

Umweltfaktoren, beispielsweise die Ernährungsgewohnheiten, scheinen die Entstehung eines Typ-1-Diabetes ebenfalls zu beeinflussen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Stillen das Krankheitsrisiko senkt, während eine frühkindliche Ernährung bis zum ersten Lebensjahr mit Kuhmilchprodukten das Auftreten von Typ-1-Diabetes begünstigt. Die Zusammenhänge dieser Beobachtung sind allerdings noch nicht hinreichend geklärt.

Auch Erbfaktoren spielen bei der Entwicklung des Diabetes mellitus Typ 1 eine prädisponierende Rolle. Dafür sprechen sowohl genetische Veränderungen als auch das gehäufte Auftreten von Typ-1-Diabetes in Familien. Erbfaktoren spielen auch eine Rolle bei Typ-2-Diabetikern.
Sonderform LADA

LADA-Diabetes (Latent Autoimmune Diabetes of Adults) ist eine Form des Diabetes mellitus, die vor allem bei Personen über 25 Jahren auftritt. Sie wird dem Typ-1-Diabetes zugeordnet. LADA lässt sich oft mehrere Monate bis hin zu Jahren mit einer Diät oder Tabletten behandeln, bevor die Gabe von Insulin zwingend notwendig wird. Genau wie bei Typ-1-Diabetikern sind im Blut Antikörper nachweisbar, welche die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreifen und zerstören. In Studien wird erforscht, ob eine frühzeitige Insulinbehandlung bei LADA-Diabetes Vorteile bringt.

 


Diabetes mellitus Typ 1 - Symptome

Bei Typ-1-Diabetikern sind die Symptome viel stärker ausgeprägt als bei Typ-2-Diabetikern und sie entwickeln sich relativ schnell innerhalb von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Die Krankheit lässt sich anhand folgender Beschwerden erkennen:

    *  Häufiges Wasserlassen (Polyurie): Bei einer erhöhten Zuckerkonzentration im Blut gelangt Zucker in den Harn. Um die     Konzentrationsunterschiede auszugleichen, gelangt auch mehr Wasser in den Urin. Damit verliert der Körper     zusätzlich größere Wassermengen;
    * Ungewollter Gewichtsverlust (Wasserverlust und Fettabbau zur Energiegewinnung);
    * Schwächegefühl und Leistungsminderung;
    * Sehr starker Durst durch den Wasserverlust;

Ein Teil der Typ-1-Diabetiker zeigt überhaupt keine Symptome. Erst die Entwicklung einer lebensgefährlichen Komplikation - der Diabteischen Ketoazidose - führt zur Diagnose Diabetes mellitus Typ 1.


Blutzucker-Messung

Bestätigen lässt sich die Diagnose Diabetes mellitus Typ 1 durch die Bestimmung des Blutzuckers. Der Nüchtern-Blutzuckerwert liegt normalerweise unter 100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) und steigt nach dem Essen (postprandial) auf maximal 140 mg/dl an.

Für einen Diabetes mellitus sprechen entweder klassische Symptome und ein Gelegenheits-Blutzuckerwert von über 200 mg/dl, oder die wiederholte Bestätigung des Gelegenheits-Blutzuckerwerts von über 200 mg/dl, oder ein Nüchtern-Blutzuckerwert von über 126 mg/dl, oder ein oGTT-2-h-Wert (oraler Glukose-Toleranztest, Zucker-Belastungstest) von über 200 mg/dl.

 

Antikörper bestimmen

Die Diagnose "Typ-1-Diabetes" lässt sich durch die Bestimmung von Abwehrzellen (Antikörper) gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse absichern. In 90 Prozent der Fälle sind diese Antikörper im Blut nachweisbar. Bei Typ-1-Diabetikern finden sie sich oft schon Jahre vor dem Ausbruch der Krankheit. Dann ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, innerhalb der nächsten fünf Jahre an Typ-1-Diabetes zu erkranken.

Wurde die Diagnose Diabetes mellitus Typ 1 gestellt, werden zusätzlich Augenhintergrund, Nieren- und Blutfettwerte, Nerven, Urin, Blutdruck und Füße kontrolliert. So lassen sich eventuelle Diabetes-Folgekrankheiten frühzeitig erkennen und behandeln.

Behandlungsziel bei Diabetes Typ 1

Ziel der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 1 ist es:

    * Die Lebenserwartung und die Lebensqualität zu verbessern;
    * Akute Komplikationen wie Ketoazidose oder Unterzucker zu vermeiden;
    * Diabetes-Folgeerkrankungen wie Augenkrankheiten (Diabetische Retinopathie), Nervenschädigung (Polyneuropathie),     

Nierenkrankheiten und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) zu vermeiden.

Die Zielwerte werden individuell festgelegt und sollen möglichst nah am Normbereich liegen. Ein HbA1c-Wert unter 7,0 Prozent (53 mmol/mol) soll angestrebt werden. Bei Typ-1-Diabetikern mit wiederholtem, schwerem Unterzucker sollte ein höherer HbA1c-Wert als Ziel gesetzt werden, um Komplikation zu verhindern.

Jeder Diabetiker sollte einen Gesundheits-Pass führen. Er informiert darüber, welche Untersuchungen in welchen Abständen durchgeführt werden sollen. Neben dem Diabetes sollen auch Begleitkrankheiten wie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Übergewicht sowie psychosoziale Probleme behandelt werden.
Lebenswichtiges Insulin

Typ-1-Diabetes ist zwar bislang nicht heilbar, lässt sich aber gut mit Insulin behandeln. Typ-1-Diabetiker müssen allerdings ein Leben lang Insulin spritzen, um den Mangel auszugleichen und den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Der wichtigste Apparat des Diabetikers ist deshalb ein Blutzucker-Messgerät.

Bei Typ-1-Diabetes sind vor allem zwei Arten der Insulin-Behandlung gängig:

    * Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)
    * Insulinpumpen-Therapie (CSII)

Welche Art der Insulin-Behandlung in Frage kommt, hängt unter anderem von der Bereitschaft des Typ-1-Diabetikers ab, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und an den Diabetiker-Schulungen teilzunehmen. Der Alltag, spezielle Ernährungsgewohnheiten oder sportliche Aktivitäten lassen sich durch solche Schulungen gut mit dem Diabetes in Einklang bringen.
Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)

Die ICT imitiert die Insulinausschüttung von Nicht-Diabetikern und funktioniert nach dem Basis-Bolus-Konzept. Man teilt die Insulingaben in den Grundbedarf (Basis) und zusätzliches Insulin für die Mahlzeiten (Bolus) ein. Dafür spritzen sich Diabetiker ein- bis dreimal täglich ein mittellang oder lang wirksames Insulin, um den Grundbedarf an Insulin zu decken (etwa 40 bis 50 Prozent des Tagesbedarfs).

Vor jeder Mahlzeit wird der aktuelle Blutzuckerspiegel gemessen und die optimale Insulindosis aus dem Blutzuckerwert, der gewünschten Nahrungsmenge und der geplanten körperlicher Aktivität errechnet. Die benötigte Insulinmenge wird als kurz wirksames Insulin gespritzt. Vorraussetzung für diese Therapie ist eine intensive Schulung, in der man beispielsweise lernt, den Kohlenhydratgehalt bzw. die Broteinheiten von Lebensmitteln abzuschätzen.
Faustregel

    * 1 Einheit Normalinsulin bzw. schnell wirksames Analoginsulin senkt den Blutzucker um 40 mg/dl (2,2 mmol/l).
    * 10 g Kohlenhydrate lassen den Blutzucker um 40 mg/dl (2,2 mmol/l) ansteigen.

Diese Faustregel muss allerdings individuell angepasst werden, da die Insulin-Empfindlichkeit von Diabetikern unterschiedlich ist und von Faktoren wie Fieber, körperlicher Belastung oder Flüssigkeitsverlust beeinflusst wird.
Insulinpumpen-Therapie (CSII)

Auch bei der CSII gilt das Basis-Bolus-Konzept. Eine Pumpe sorgt dafür, dass kurz wirksames Insulin kontinuierlich über eine Nadel und einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ins Fettgewebe unter die Haut gelangt. Die Pumpe hat etwa die Größe einer Zigarettenschachtel und wiegt rund 100 Gramm. Die Mengen an Insulin, die zur Deckung des Grundbedarfs notwendig sind (Basis), werden einprogrammiert. Der Diabetiker misst vor jeder Mahlzeit seinen aktuellen Blutzuckerspiegel und errechnet die optimale Insulindosis aus dem Blutzuckerwert, der gewünschten Nahrungsmenge und der geplanten körperlichen Aktivität. Per Knopfdruck wird die extra Dosis Insulin freigesetzt (Bolus). Auch bei der CSII kommen Diabetiker nicht um eine intensive Diabetes-Schulung herum.
Zellen transplantieren

Im experimentellen Stadium befindet sich die Inselzell-Transplantation, also die Transplantation der Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Nach der Operation müssen die Diabetiker kein oder nur sehr wenig Insulin spritzen. Wie nach jeder Transplantation sind aber bestimmte Medikamente notwendig, die das Immunsystem schwächen. Der Körper würde die transplantierten Zellen sonst zerstören. Deshalb wird der Eingriff nur bei sehr wenigen Patienten durchgeführt.
Begleiterkrankungen von Diabetes Typ 1 behandeln

Wichtig ist außerdem, mögliche Begleiterkrankungen zu behandeln, um Diabetes-Folgeerkrankungen zu verhindern. So sollten der Blutdruck und die Cholesterin-Werte regelmäßig kontrolliert und erhöhte Werte behandelt werden. Außerdem sollten Typ-1-Diabetiker nicht rauchen.
Was Sie selbst tun können

Insulin ist derzeit das einzige Medikament für Typ-1-Diabetiker. Lernen Sie den richtigen Umgang mit dem Insulin und der Diabetes-Erkrankung. Eine optimale Einstellung des Blutzuckers heißt, die richtige Insulindosis zur richtigen Zeit wählen. Für den Alltag mit Diabetes gibt es einige Tipps:

    * Akzeptieren Sie Ihren Typ-1-Diabetes. Lernen Sie, die Symptome für zu hohen oder niedrigen Blutzucker richtig zu deuten.
    * Nutzen Sie die Diabetiker-Beratung bei Ihrem Arzt oder einer Diabetes-Ambulanz. Sie werden dort intensiv auf eine selbstständige Blutzucker-Messung und den Umgang mit Insulin vorbereitet.
    * Lernen Sie, sich das Insulin selbst unter die Haut zu injizieren. Für die Zukunft ist das lebensnotwendig.
    * Stecken Sie sich immer Traubenzucker in die Tasche. Damit lässt sich eine Unterzuckerung durch eine zu hohe Insulindosis verhindern.
    * Vereinbaren Sie mit Ihrem Arzt regelmäßige Kontrolltermine. Hier werden Blutzuckerspiegel, Nieren- und Blutfettwerte, Blutdruck, Urin und Ihre Füße kontrolliert. Falls Komplikationen oder Diabetes-Spätschäden auftreten, wird der Arzt zusätzliche Untersuchungen veranlassen oder Sie zu einem entsprechenden Spezialisten überweisen.
    * Gehen Sie regelmäßig mindestens einmal im Jahr zum Augenarzt, denn die Zuckerkrankheit kann auch die Augen schädigen.
    * Wenn Sie erkranken, beispielsweise an einer Grippe, kann es zu Komplikationen kommen. Suchen Sie in diesem Fall rechtzeitig Ihren Arzt auf.

 

 

Optimaler Blutzucker

Ein optimal eingestellter Blutzucker bei Diabetes Typ 1 kann das Auftreten beziehungsweise Fortschreiten von diabetischen Folgeerkrankungen deutlich vermindern - das belegen viele Studien. Das Risiko für die Entwicklung der diabetischen Augenkrankheit (Retinopathie) lässt sich um bis zu 80 Prozent senken, das der diabetischen Nervenschädigung (Polyneuropathie) um etwa 60 Prozent.

Nicht alle Typ-1-Diabetiker entwickeln solche Folgeerkrankungen, aber bei schlecht eingestellten Blutzuckerwerten treten sie durchschnittlich häufiger und früher auf. Zwischen 30 bis 50 Prozent aller Diabetiker leiden an der diabetischen Nierenschädigung (Nephropathie). In Europa ist sie mittlerweile die häufigste Ursache für chronisches Nierenversagen.

Die Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus Typ 1 entwickeln sich im Schnitt innerhalb von zehn Jahren nach Beginn der Krankheit. Dies hängt allerdings stark davon ab, wie gut der Diabetes eingestellt ist und welche individuelle Veranlagung der Patient hat. Weitere Diabetes-Komplikationen sind Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und daraus folgend Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Je besser die Diabetes-Therapie ist, desto seltener treten plötzliche Entgleisungen des Stoffwechsels auf. Akute Komplikationen des Typ-1-Diabetes sind Ketoazidose und Hypoglykämie.

Diabetes mellitus Typ 1 - Vorbeugen

Im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 2 ist es nicht möglich, einem Typ-1-Diabetes vorzubeugen.

Allerdings kann man vorhersagen, ob jemand an Diabetes mellitus Typ 1 erkranken wird oder nicht. Die Bestimmung der Konzentration von Antikörpern gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (Inselzellen) im Blut bringt dies ans Licht.

Außerdem zeigt ein Test (intravenöser Glukosetoleranztest), wie viel Insulin die Bauchspeicheldrüse noch produziert. Hier wird eine definierte Menge Zuckerlösung in die Vene injiziert und anschließend der Blutzucker gemessen. In der letzten Phase vor dem Auftreten des Typ-1-Diabetes sind die Blutzuckerwerte nach der Zuckerbelastung erhöht, auch wenn sonst keine erhöhten Blutzucker-Werte nachzuweisen sind.